Bericht

So, 18. Juni 2017, Servette - Basler HC (Playoff-Halbfinal) 4:3 (2:1)

Da waren sie nun, die Bonusspiele für eine herausragende Rückrunde und die erste Halbfinalteilnahme eines Basler Herrenteams seit einer gefühlten Ewigkeit. Wurde das Saisonziel, der Klassenerhalt, am vorausgegangenen Wochenende mit dem Sieg über Servette erreicht, freute sich das gesamte Team nun auf die Spiele erneut gegen Servette. So war auch allen Beteiligten klar, das eine andere Mannschaft auf dem "Eis" stehen wird, als noch in der regulären Saison und so kam es dann auch. Eine auf vielen Positionen veränderte Mannschaft aus Genf kam am Samstag auf den Rankhof um bei bestem Hockeywetter das Halbfinalhinspiel gegen uns zu bestreiten.

Es entwickelte sich ein ausgeglichenes Spiel, bei dem der jungen und teils auch unerfahrenen Basler Mannschaft doch ein wenig die Nervosität in der Anfangsphase in den Knochen steckte. Ging man doch als klarer Aussenseiter in das Duell, rechneten sich alle insgeheim eine winzige Chance aus und hofften auf Wackler der Gäste aus Genf. Diesen Gefallen sollten die routiniert und sicher spielenden Westschweizer uns jedoch nicht tun und so wurden zwei individuelle Fehler im Spielaufbau direkt knallhart bestraft und es stand 0 - 2. Halbzeit. Sammeln. Erst 1/4 der Serie war nun vorbei und noch alle Chancen bestanden. So entwickelte sich in der zweiten Halbzeit ein offenes Spiel mit Chancen auf beiden Seiten, bei denen der Ausgleich aber auch ein 0 - 4 möglich gewesen wären. So endete das Spiel nicht ganz unverdient 2 - 0 für die Mannschaft aus Genf. Eine gewisse Enttäuschung und Frust war bei den Herren zu spüren, hatte die positive Entwicklung der letzten Spiele, unabhängig der Niederlage, doch einen kleinen Einbruch bekommen. Alle waren sich einig, das mit der eigenen besten Leistung es noch viel mehr zu holen gibt in diesem Duell und so war man sich einig im Rückspiel am Sonntag noch einmal alles in die Waagschale zu werfen.

Dafür traf man sich am Sonntag früh um 10 Uhr am SBB um die Reise nach Genf anzutreten. Wurde die Zugfahrt schon für Videostudium und für kritische, emotionale Diskussionen genutzt, kamen alle mit dem gemeinsamen Ziel in Genf an den Zwei Tore Rückstand wieder aufzuholen. Der Sommer sollte sich wieder von seiner besten Seite zeigen und so fand das Spiel wieder bei Temperaturen jenseits der 30 Grad statt und mit der Belastung vom Vortag kamen beide Mannschaften etwas schleppend in die Partie. So waren es doch die Gastgeber die einen Angriff erfolgreich Auskontakten konnten und der letzte Spieler den Ball nur noch am langen Pfosten ins Tor drücken musste. An unserer Ausgangslage änderte dies nicht sehr viel, wollten wir gewinnen und uns für das Finale qualifizieren, mussten wir weiterhin 3 Tore schiessen. So war es dann Mitte des zweiten Viertels Lars Bamberg der sich mit einer Energieleistung aufmachte, 3 Spieler aus Genf stehen lies und den Ball zum viel umjubelten Ausgleich im Tor versenkte.

War es an diesem Wochenende die Unerfahrenheit oder einfach auch das fehlende Glück, so sollte die Torfolge an diesem Tag unglücklich sein. Denn quasi im direkten Gegenzug schafften es die Genfer den Spielstand auf 2 - 1 zu stellen und so ging es mit dem Rückstand in die Pause. Noch 35 Minuten Zeit um 3 Tore zu machen, ein schnelles Tor erzielen und dann mal sehen ob sich die Gastgeber doch auch aus der Reserve locken lassen und Fehler begehen. Mit diesem Schwung ging es dann in die zweite Halbzeit. Nach kurzer Zeit wurde auch die erste KE herausgespielt, die Elias Brönimann nach einer schönen Kombination oben rechts im Tor versenkte, 2 - 2! Ein Ruck ging durch die Mannschaft, Hoffnung kam auf. Die Zuschauer wirkten teilweise geschockt und selbst die Spieler von Servette zeigten sich nicht unbeeindruckt. Wie jedoch schon erwähnt, sollte das nötige Glück an diesem Tage einfach fehlen und die Gastgeber kamen durch ein umstrittenen Penalty zum 3 - 2, ein richtiger Wirkungstreffer, stand es jetzt in Addition 5 - 2 und nur noch 20 Minuten zu spielen. Von diesem Rückstand sollten wir uns leider nicht mehr erholen und so wurde ein weiterer Pass abgefangen und mit dem Tor zum 4 zu 2 das Spiel entschieden werden. Das 4 - 3, erneut nach einer KE, durch Elias kurz vor Schluss war dann nur noch Ergebniskosmetik und so war der Jubel der Genfer gross nach dem Ertönen des Schlusspfiffs. So machten in einem guten Halbfinale am Ende Kleinigkeiten den Unterschied zwischen einer erfahrenen Mannschaft aus Genf und dem jungen Team aus Basel. Und auch wenn das Ergebnis am Ende mit 6 zu 3 recht deutlich zu Gunsten von Servette ausfällt, ist die positive Entwicklung der Mannschaft in den letzten Wochen und Monaten beachtlich. Auch beim Gegner hat das Auftreten für Respekt gesorgt und so kamen sehr faire, lobende Worte bei der Verabschiedung aus dem Genfer Lager, von denen man sich zwar nichts kaufen kann, die aber in der Niederlage doch den guten Eindruck der Entwicklung nochmal bestätigen.

Jetzt gilt es sich zu pflegen, einige Tage die Füsse hoch zu legen und den Kopf frei zu bekommen. Mit etwas Abstand wird dann auch allen bewusst was für ein gutes Jahr 2017 bisher ist und was insgesamt erreicht wurde. Diesen Schwung gilt es nun zu konservieren und mit in die Vorbereitung der neuen Saison zu nehmen, bei der dann etliche Youngster zum Team stossen werden. Jungs haut rein, die ganze Mannschaft freut sich auf euch! ----------------------------