Bericht

So, 13. September 2015, Basler HC - HS Burgdorf (Rankhof/Rankhofhalle) 3:1

Rehrücken gespickt

dhe. In einer Küche kann es zuweilen hektisch werden, wenn das Fleisch nicht trocken, die Beilage nicht verkocht und das Gemüse nicht lätsch werden soll. Timing ist das Schlüsselwort.
Während am Spielfeldrand die versammelte BHC-Gemeinde an diesem, wider Erwarten, sonnigen Frühherbstsonntag ihr Timing beim Grillieren diverser Fleischstücke und Würste verbesserte, sahen sich die zweiten Herren einer robusten, aber nicht eben furchteinflössenden Hockey Sektion aus Burgdorf gegenüber. 18 (!) Spieler hatten sich um die 16 Kaderplätze bemüht und stellten Selektionär und Neo-Teammanager Yves vor einige knifflige Berufungsentscheide. Luc und der andere Yves nahmen schliesslich auf der Tribüne Platz.
Andi übernahm verdankenswerterweise die Coachingposition und sorgte durch fleissiges rotieren des grossen Kaders dafür, dass keiner der Spieler auf dem erstaunlich heissen Geläuf anbrannte. Schon das Hors-d’Oeuvre hatte es in sich: Noch selten war das Einspielen und Einlaufen im Zwei ähnlich konzentriert und fokussiert.
Dann der Auftakt: Das Zwei übernahm von Anfang an das Spieldiktat. Einige gestandene Cracks bildeten das Gerüst, um das die jungen Wilden die Burgdorfer gehörig durcheinanderwirbelten und auch am Anfang des ersten Tores standen: Nico B. lancierte Christian G., der spielte den scharfen Ball in den Schusskreis, wo ihn der Präsident in typisch thoma’scher Manier versenkte. Bäm, der hat gesessen.
Trotz Tor war die Pausenansprache pfeffrig: Das zweite Viertel war fad wie gedämpfte Karotten. Ohne Feuer und Esprit, ohne Ideen auch pendelten wir uns auf dem Niveau des Gegners ein. Und bei allem Respekt: Das kam an diesem Tag über eine gehobene Kantine nicht hinaus.
Andis Worte verfehlten zum Glück Ihre Wirkung nicht. Das Zwei spielte in der zweiten Hälfte inspirierter und erzielte nach einem erneuten Gewurstel vor dem gegnerischen Hüter auch prompt das zweite Tor. (Der Schütze ist dem Autor nicht bekannt. So er Wert darauf legt, erkannt zu werden, möge er sich im Gästebuch bekennen.)
Im vierten Viertel dann das grosse Finale. Angetrieben vom zunehmend mitteilungsfreudigeren Publikum und einer bedingungslosen Offensivtaktik wurde die Entscheidung gesucht. Und ein Mal mehr zeigte sich, dass auch in den plattesten Hockeyweisheiten ein Korn Wahrheit liegt. Denn: „Der Zwei-Tore-Vorsprung ist der gefährlichste.“ Burgdorf kam nochmal ran, hatte aber schliesslich nicht die individuelle Klasse der Basler, mit der Yves das dritte und spielentschiedende Tor erzielte.
Der Sieg war hochverdient und trotzdem waren am Ende nicht alle zufrieden. Das Rezept des mit jungen Talenten gespickten Rehrücken aus erfahrenen Spieler hat sich auch im zweiten Spiel bewährt. Aber namentlich im Umschalten zwischen Defensive und Offensive stimmt das Timing noch nicht. So waren die Spätzli nicht ganz auf den Punkt gegart und der Rotkohl schon etwas matschig. Doch immerhin: Das Bier danach war kühl und spritzig. Wie immer.